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DIE AUTOREN

Karen Thiel
Seit mehr als 20 Jahren bin ich als selbständige Pharma-Expertin für die Bereiche Medical-Marketing und Patient Support tätig. Ich betreue Biopharma, RX, OTC/OTX, Supplements und apothekenexklusive Kosmetik-Marken als Managerin oder Consultant. Ein besonderes Spezialgebiet von mir ist der Aufbau von Patienten-Support-Programmen. Auch Online/Social-Media-Aktivitäten im Healthcare-Bereich zählen zu meinen Kernkompetenzen. Meine Firma heißt KT Projekt. Mein Angebot sowie eine Referenz- und Projektliste finden Sie unter www.ktprojekt.de.
Dr. Martina Hänsel
In der Pharmabranche arbeite ich seit mehr als 20 Jahren und bin seit über acht Jahren freiberufliche Beraterin mit Schwerpunkt auf medizinisch-wissenschaftliche Beratung, Kommunikation und Interim Management. Außerdem absolviere ich einen Master-Studiengang Regulatory Affairs.

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Pharma-Bashing nach Markus Lanz

Wir teilen den sehr guten Kommentar von Pharma-Fakten. Dem ist nämlich nichts hinzuzufügen.

Wer regelmäßig die Sendung mit Markus Lanz schaut, weiß, dass dort polemisiert wird, dass man ständig ins Wort fällt, dass tendenziös gesprochen wird und auch durchaus falsche Aussagen vorkommen. Außerdem betreibt man vor laufender Kamera das ein oder andere Bashing und stellt Menschen zur Schau. Natürlich bietet die Sendung Unterhaltung und deshalb schauen viele sie, obwohl sie eigentlich ärgerlich ist.

Ausgewogen und objektiv geht anders. Auch die Autorin hat die Sendung gesehen und sich massiv geärgert – wie immer. Aber neben dem Ärger erzeugt die Sendung oft die nötige Bettschwere, wenn es halt nicht um die eigene Branche geht. 😉


Zitate aus dem Pharma-Fakten-Kommentar

Florian Martius, Chefredakteur Pharma Fakten, schreibt: „Gleich in der Vorstellungsrunde ging es los: „Wie kann das sein, dass die Pharmakonzerne ganz häufig Fantasiepreise verlangen; sprich: hunderte Euro für ein paar Pillen, die in der Herstellung ein paar Cent kosten?“, fragte Moderator Lanz im ZDF.

Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten: Entweder ist es schon in Minute 2 der Sendung das Ziel, mit Polemik die Empörungsschwelle ansteigen zu lassen. Oder es versteckt sich dahinter ein tiefes Unverständnis darüber, wie Innovationen in einer Marktwirtschaft honoriert werden. Wenn es heute gelingt, dass Menschen mit metastasiertem Lungenkrebs mit 2 „Pillen“ am Tag mehr als 10 Jahre überleben, dürfte jedem klar sein: Hier geht es nicht um die Gramm an Wirkstoff, die das offensichtlich möglich machen, sondern um die Finanzierung von Spitzenforschung.

Honoriert wird weniger das Wissen, wie man einen Wirkstoff in eine Tablette packt, sondern das Wissen, wie man mit diesem Wirkstoff Lungenkrebs in Schach hält; oder anders: Der Preis für die „Pille“ richtet sich nicht allein nach den Kosten der Herstellung, sondern nach dem, was sie kann. Als Konsument:innen erleben wir das jeden Tag: Wer sich ein Auto kauft, zahlt nicht bloß die Herstellungskosten, sonst gäbe es bald keine Unternehmen mehr, die sie bauen. Oder sie wären so fortschrittlich wie die Autos aus dem ehemaligen Ostblock. Glaubt Markus Lanz, dass er das Handy, was er wahrscheinlich in der Hosentasche hat, zum Herstellungspreis erstanden hat?“

„Übrigens: Das, was in der Sendung mehrfach „Fantasiepreise“ genannt wurde, sind in Wirklichkeit verhandelte Preise, auf die sich das Pharmaunternehmen mit den Krankenkassen geeinigt hat. Eine freie Preisbildung gibt es in Deutschland nur in den ersten Monaten, in denen eine Arzneimittelinnovation verfügbar ist. Danach gilt: Es gibt kaum etwas, das so reguliert ist wie Arzneimittelpreise.“


Zitate zum Patentschutz und zum neuen Lieferengpass-Gesetz

„Auch um den Patentschutz ging es in der Sendung. Wer sich das anhören will: Ab Minute 50 der Sendung geht es los. Lohnen tut es sich nicht – zu diesem Thema war so ziemlich alles falsch. Der Patentschutz auf ein Medikament? „10 Jahre.“ Ist falsch. Mit ein paar „kleinen Kniffen“ könne man aber dafür sorgen, so Lanz, „dass dieser Patentschutz immer weiter und immer weiter und immer weiter geht.“ Ist auch falsch. Die Industrie arbeitet ja nicht im luftleeren Raum und sie entscheidet schon gar nicht allein über die Laufzeit ihrer Patente.

Seifert lobte das Lieferengpass-Gesetz, was der ebenfalls anwesende Gesundheitsminister vorgelegt hat. Es sieht unter anderem vor, dass für einzelne generische Wirkstoffe die Erstattungssituation verbessert wird. Dass es etwas grundlegend ändert, glauben im Gesundheitswesen nur wenige. Ein Paracetamol-Fiebersaft kostet in Deutschland 1,36 Euro. Mit dem Gesetz soll er um 7 Cent teurer werden, rechnet der Verband Pro Generika vor. Damit gelingt es den Unternehmen höchstens kostendeckend zu arbeiten.“

 

Quelle

Alle Zitate sind dem Kommentar von Florian Martius, Chefredakteur Pharma Fakten, entnommen und unter folgendem Link zu finden: https://pharma-fakten.de/kommentare/markus-lanz-und-die-maer-von-der-gierigen-pharmaindustrie/?utm_source=newsletter-359

 

Lesen Sie Blogbeiträge von pharma-net-blog.de zu dem Thema:

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Titelbild: PDPics auf Pixabay

 

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