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DIE AUTOREN

Karen Thiel
Seit mehr als 20 Jahren bin ich als selbständige Pharma-Expertin für die Bereiche Medical-Marketing und Patient Support tätig. Ich betreue Biopharma, RX, OTC/OTX, Supplements und apothekenexklusive Kosmetik-Marken als Managerin oder Consultant. Ein besonderes Spezialgebiet von mir ist der Aufbau von Patienten-Support-Programmen. Auch Online/Social-Media-Aktivitäten im Healthcare-Bereich zählen zu meinen Kernkompetenzen. Meine Firma heißt KT Projekt. Mein Angebot sowie eine Referenz- und Projektliste finden Sie unter www.ktprojekt.de.

Dr. Martina Hänsel
In der Pharmabranche arbeite ich seit mehr als 20 Jahren und bin seit über acht Jahren freiberufliche Beraterin mit Schwerpunkt auf medizinisch-wissenschaftliche Beratung, Kommunikation und Interim Management. Außerdem absolviere ich einen Master-Studiengang Regulatory Affairs.

Klasseneffekt der Nebenwirkungen bei Covid-19-Verktorimpfstoffen?

Nachdem der Impfstoff von AstraZeneca nur noch bei über 60-jährigen eingesetzt werden darf, wurde auch bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson die Nebenwirkung „Thromobzytopenie“ festgestellt, die eine Sinusvenenthrombose auslösen kann.

Ist es ein Problem der Impfstoffklasse?

Wenn es an dem Impfstoff liegen sollte, dann ist das sehr wahrscheinlich ein Klassenproblem. Das betrifft somit auch den Sputnik V-Impfstoff und die chinesischen Impfstoffe.

In dem Artikel der Ärztezeitung heißt es:

„Sind die Sinusthrombosen nach Corona-Impfungen doch ein Klassenproblem von Adenovirusvektor-Vakzinen?“

Der Hintergrund zu den unerwünschten Ereignissen in Zusammenhang mit der AstraZeneca-Impfung, die jetzt vermutlich auch für den J&J-Impfstoff gelten, wurde in folgendem Blogbeitrag beleuchtet: https://pharma-net-blog.de/unerwuenschte-ereignisse-in-zusammenhang-mit-dem-astrazeneca-impfstoff/

Mittlerweile mehren sich die Stimmen der Fachleute, dass es sich wirklich um einen Klasseneffekt handelt, der sich auf den Adenovektor bezieht. Wäre es das Spikeprotein, ist es denkbar, dass auch bei mRNA-Impfstoffen analoge Nebenwirkungen auftreten können. Aber möglich sind auch andere Gründe, es ist noch nichts bewiesen.

Oder ist es ein Problem der Erkrankung?

Sinusvenenthrombosen sind auch bei Covid-19-Erkrankungen aufgetreten, einige Betroffene sind daran gestorben. (Quellen: https://www.strokejournal.org/article/S1052-3057(20)30852-1/fulltext und https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2214751921000037?via%3Dihub)
Lungenembolien aufgrund von Thrombosen und Lungenentzündungen sind die häufigsten Gründe für Covid-19-Todesfälle.

„Dem Bundesverband Deutscher Pathologen zufolge haben 154 Obuktionen an verstorbenen Covid-19-Patienten folgende Befunde ergeben:

    • diffuser Alveolarschaden (Entzündung der Lungenbläschen) mit oder ohne Lungenentzündung (52 %)
    • Thrombosen und Thromboembolien (19 %)
    • Mikrothromben (Schädigungen der kleinsten Lungengefäße) (20 %)
    • Endothelialitis (Entzündung der Blutgefäße) (9 %)

Die Lunge wird infolgedessen so sehr geschädigt, dass es zum Lungenversagen kommt. Die Thrombosen können zudem zum Verschluss von Blutgefäßen führen, was den Blutfluss und die Sauerversorgung des Körpers unterbindet und zum Tod führen kann. Ein überschießendes Immunsystem ist offenbar häufig mit daran beteiligt, dass gesunde Zellen angegriffen und zerstört werden und kann zu Organversagen führen.“
(Quelle: https://www.onmeda.de/coronaviren/covid-19-todesursache.html)

Von daher ist es möglich, dass die Immunantwort der Impfung eine vergleichbare Reaktion auslösen kann. Ob das der Fall ist und ob auch die mRNA-Impfstoffe Sinusvenenthrombosen auslösen, wird sich zeigen. Bis dato impften die Zentren und Ärzte vorwiegend die Personengruppe 50+ mit mRNA-Impfstoffen.

Durch eine Impfung werden Antikörper gebildet. Es wird also eine Aktivierung des Immunsystem hervorgerufen. Wenn das Covid-19-Virus (Antigen) auf das bereits mit Antikörpern versehene Immunsystem trifft, erfolgt eine Immunantwort. Der Körper ist also vorbereitet und kann die Infektion besser abwehren. Bei einer Überreaktion des Immunsystems kann es zu krankheitsähnlichen Reaktionen kommen, was bis zu einem gewissen Grad normal und ungefährlich ist.

Was ist gefährlicher – die Impfung oder die Erkrankung?

Trotz der aufgetretenen schwerwiegenden Ereignisse ist für über 30-jährige Personen eine Impfung sinnvoll, sogar mit einem Vektorimpfstoff (AstraZeneca wird aber erst ab 60 Jahren verimpft). Quelle: Quarks


Wenn man sich einmal die Nebenwirkungen von Viagra (https://www.patienteninfo-service.de/a-z-liste/uv/viagraR-25-mg-50-mg-und-100-mg-filmtabletten) anschaut, was ohne große Diskussion von Männern eingenommen wird, denn es geht ja um Sex, sollte sich die Panik vor der Impfung etwas relativieren…

„Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen): Ohnmacht, Schlaganfälle, Herzinfarkte, unregelmäßiger Herzschlag, vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns, Engegefühl im Hals, tauber Mund, Blutung im Hintergrund der Augen, Doppeltsehen, verminderte Sehschärfe, abnormales Gefühl im Auge, Schwellung des Auges oder Augenlids, kleine Teilchen oder Punkte im Gesichtsfeld, Wahrnehmung von Lichtkränzen um Lichtquellen, Pupillenerweiterung, Verfärbung im Augenweiß, Penisblutung, Blut im Sperma, trockene Nase, Schwellung in der Nase, Reizbarkeit und plötzliche Schwerhörigkeit oder Taubheit

Aus der Erfahrung nach der Marktzulassung wurden selten Fälle von instabiler Angina pectoris (eine Herzerkrankung) und plötzliche Todesfälle beschrieben. Dabei ist anzumerken, dass die meisten, aber nicht alle der Männer, bei denen diese Nebenwirkungen auftraten, vor Einnahme dieses Arzneimittels Herzerkrankungen aufwiesen. Es ist nicht möglich zu beurteilen, ob diese Ereignisse in direktem Zusammenhang mit VIAGRA standen.“
 
Die Klassifizierung von Nebenwirkungen:
< 0,01 % sehr selten 
0,01 – 0,1 % selten
0,1 – 1 % gelegentlich
1 – 10 % häufig                   
> 10 % sehr häufig           

 

Lesen Sie auch die weiteren Blogbeiträge zu dem Thema:

Unerwünschte Ereignisse in Zusammenhang mit dem AstraZeneca-Impfstoff

Zu wenig Impfstoff in Deutschland – selbst schuld

Impfstoffe und Langzeitdaten – ein Blogbeitrag von Verdareno

Wie Impfstoffe gegen Covid-19 erprobt werden

Kann man sich bedenkenlos gegen Covid-19 impfen lassen?

 

Ein Kommentar

  1. Der Mechanismus der seltenen Entwicklung von Thrombosen wurde inzwischen von Greifswalder Forschern aufgeklärt: Es handelt sich um ein Ereignis, die der sogenannten Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT) ähnelt. Betroffene zeigen Thrombocyten-aktivierende Antikörper.

    Das Gute: Es gibt mit hochdosierten intravenösen Immunglobulinen bzw. Antikoagulanzien, die auch zur Behandlung der Heparin-induzierten Thrombozytopenie verwendet werden (dazu gehören die oralen Faktor-Xa-Hemmer Apixaban oder Rivaroxaban, direkte Thrombinhemmer wie Argatroban oder indirekte Antithrombin-abhängige Xa-Hemmer wie Danaparoid), eine etablierte Therapie.
    „Wir wissen, was zu tun ist, wie man es diagnostiziert und wie man es behandelt.“, so die Forscher (s. Kommentar zum Blogbeitrag v. 31.3.2021).

    Die Forscher schlagen vor, das nach der Impfung mit Vektorimpfstoffen aufgetretene Ereignis „impfungsinduzierte immunthrombotische Thrombozytopenie“ (VIPIT) zu nennen.

    Quellen:
    – „Thrombotische Thrombozytopenie nach Vaxzevria®-Impfung“, veröffentlicht am 19. April 2021 von pharmakotherapieblog; https://pharmakotherapie.blog/2021/04/19/thrombotische-thrombozytopenie-nach-vaxzevria-impfung/, Zugriff 19.4.2021
    – Greinacher A, Thiele T, Warkentin TE, Weisser K, Kyrle PA, Eichinger S. Thrombotic Thrombocytopenia after ChAdOx1 nCov-19 Vaccination. New England Journal of Medicine. 2021.Doi: 10.1056/NEJMoa2104840

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