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DIE AUTOREN

Karen Thiel
Seit mehr als 20 Jahren bin ich als selbständige Pharma-Expertin für die Bereiche Medical-Marketing und Patient Support tätig. Ich betreue Biopharma, RX, OTC/OTX, Supplements und apothekenexklusive Kosmetik-Marken als Managerin oder Consultant. Ein besonderes Spezialgebiet von mir ist der Aufbau von Patienten-Support-Programmen. Auch Online/Social-Media-Aktivitäten im Healthcare-Bereich zählen zu meinen Kernkompetenzen. Meine Firma heißt KT Projekt. Mein Angebot sowie eine Referenz- und Projektliste finden Sie unter www.ktprojekt.de.

Dr. Martina Hänsel
In der Pharmabranche arbeite ich seit mehr als 20 Jahren und bin seit über acht Jahren freiberufliche Beraterin mit Schwerpunkt auf medizinisch-wissenschaftliche Beratung, Kommunikation und Interim Management. Außerdem absolviere ich einen Master-Studiengang Regulatory Affairs.

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Würde es wirken, wäre es Standardtherapie

Im Stern, Nr. 17 vom 20.04.2017, enthüllt Bernhard Albrecht „Gefährliche Heilpraktiker“. Der Leitartikel ist genauso reißerisch gestaltet wie die meisten Artikel zum Thema Gesundheit, gerade was Berichte über Ärzte, sog. Schulmedizin und pharmazeutische Industrie angeht. Überraschenderweise trifft es aber diesmal die Heilpraktiker. Gut so, denn hinter die Kulissen der Heilpratikergilde blickt man nicht. Im Gegensatz zur vielgescholtenen sog. Schulmedizin und den Playern in dem Markt, ist die Alternativmedizin nämlich das Gegenteil von transparent.

Einseitigkeit statt Neutralität

Denn auch wenn der Artikel viele Misstände offen legt, sind es aber genau die Medien, seien es Zeitschriften oder die Magazine der Fernsehsender, die an dem Hype der Alternativmedizinindustrie mitschuldig sind. Durch die fehlende neutrale Berichterstattung, dem ständigen Hetzen über Pharmaindustrie, Arzneimittel, die sog. Schulmedizin und Ärzte, verunsicherten sie die Patienten und schürten das Mißtrauen gegen die Gesundheitsbranche allgemein.

Rufmord statt Aufklärung

Investigativer Journalismus ist sicherlich das A und O einer Demokratie, er soll Missstände und Verfehlungen aufzeigen, aber eine Rufmordkampagne ist damit nicht gemeint. Aber genau das ist passiert: Statt die Erfolge zu feiern, z. B., dass wir länger und gesünder durch Arzneimittel und Therapien leben, stehen Nebenwirkungen, angebliche Geldgier und Arztfehler im Vordergrund.

Alternativmethoden versus Leitlinientherapien

Die meisten Diagnosemethoden der Alternativmedizin sind in Studien nicht haltbar. So erkannten erfahrene und angesehene Heilpraktiker weder über die Dunkelfeldmiskroskopie des Blutes noch über die Irisdiagnostik nachgewiesene Krebserkrankungen der Probanden. Das beschreibt der Sternartikel sehr gut (S. 36, linke Spalte unten).

Trotzdem wurde diesen Methoden mehr vertraut als den schulmedizinischen Therapien nach Leitlinien, obwohl diese bewiesen sind und ständig überarbeitet und aktualisiert werden.

Vielleicht hilft es, sich an den Satz zu halten: Alle Methoden, die helfen, werden auch eingesetzt, denn Heilerfolg bringt Zuspruch. Wenn also die Bioresonanz der Burner wäre, hätte es jedes Krankenhaus und wenn man mit Akupunktur wirklich heilen könnte, wäre es Standard! Und: Auch mit der sog. Alternativmedizin verdienen Hersteller und Anwender Geld. Dies wird aber anscheinend nicht als „böse“ angesehen.

Im Prinzip stimmt die Einteilung in Schul- und Alternativmedizin schon gar nicht. Es gibt nur eine Medizin, nämlich, die, die auf wissenschaftlichen Fakten beruht. Alles andere ist Humbug oder Esoterik oder sonstiges Geschwurbel.

Phytoarzneien gehören nicht zur Alternativmedizin

Aber nicht alles, was manche unter sog. Alternativmedizin verstehten, gehört in die Ecke. Zugelassene Phytotherapeutika sind nachgewiesen wirkungsvoll. Auch Aspirin hat seinen Ursprung in der Weidenrinde. Phytoarzneimittel sollte man daher nicht zu den Alternativtherapien zählen, es würde die schwarzen Schafe verharmlosen. Phytotherpeutika sind übrigens nicht nebenwirkungsfrei, wie das Beispiel Johanniskraut zeigt. Bei schweren Erkrankungen sind Phytos oft nur Zusatztherapie bei Bagatellerkrankungen – wie Erkältungen – hingegen häufig das Mittel der Wahl.

„Die moderne Pflanzenheilkunde folgt den Grundsätzen der naturwissenschaftlich begründeten Medizin, indem sie von einer Dosis-Wirkungs-Beziehung ausgeht und ähnliche Krankheitsbilder definiert.“ (Quelle: Wikipedia)

Abschließend findet der Artikel auch gute Worte für Heilpraktiker, die vielleicht nur durch Zuhören, viel Zeit und die richtigen Fragen helfen. Das ist dann auf jeden Fall ein Besuch wert. Und deshalb hatte der Artikel auch den Untertitel: „Worauf Patienten bei der Wahl ihres Alternativ-Mediziners achten müssen.“

 

Links:

https://phytotherapie.de/de/

https://www.onmeda.de/therapie/phytotherapie-id200769/

https://de.wikipedia.org/wiki/Evidenzbasierte_Medizin

 

 

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