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DIE AUTOREN

Karen Thiel
Seit über 20 Jahren bin ich als selbständige Pharma-Expertin für die Bereiche Marketing, Medical und Patients tätig. Ich betreue Biopharma, RX, OTC, OTX, NEM/EBD, Medizinprodukte und apothekenexklusive Kosmetik-Marken als Interims-, Projektmanagerin, Consultant oder Medical Texter. Eines meiner Spezialgebiete sind PSPs (Patient Support Programs = Patientenunterstützungsprogramme).

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Dr. Martina Hänsel
In der Pharmabranche arbeite ich seit mehr als 20 Jahren und bin seit über acht Jahren freiberufliche Beraterin mit Schwerpunkt auf medizinisch-wissenschaftliche Beratung, Kommunikation und Interimsmanagement. Außerdem absolviere ich einen Master-Studiengang Regulatory Affairs.

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Vitamin D – Unterversorgung, kein Mangel, viele Widersprüche

Regelmäßig wird der Einsatz von Nahrungsergänzungsmittel (NEM) von Fachgesellschaften und Öko-Test kritisiert. Unkontrolliert eingesetzt haben sie wahrscheinlich tatsächlich wenig Nutzen. Möglicherweise sind Hochdosierungen, wie z.B. in ergänzenden bilanzierten Diäten (EBD) vorhanden sind, eher schädlich als hilfreich.

Weshalb aber ausgerechnet das wichtige Vitamin D bei vielen Publikationen in Ungnade fällt, ist nicht verständlich. Wozu der Körper Vitamin D benötigt, hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gut zusammengefasst, weshalb an dieser Stelle nicht näher darauf eingegangen werden muss: https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/vitamin-d/#was

Vitamin D im Winter besonders wichtig

Warum beschäftigen wir uns gerade jetzt mit Vitamin D? Im Januar gibt es in Deutschland deutlich zu wenig Licht und daher kann der Körper kein oder nur wenig Vitamin D bilden. Der Mensch legt im Sommer für den Winter einen Vitamin-D-Speicher an, der im Januar bei einigen aufgezehrt sein kann. Also deshalb ist der Januar für das Thema genau richtig.

Wir sind fast alle Stubenhocker, arbeiten in Büros und gehen im Januar dick eingepackt draußen im Dunkeln zur und von der Arbeit zurück. Es gibt kaum eine Möglichkeit Vitamin D zu bilden. Und auch der Sonntagsspaziergang in der Januarsonne, wenn sie scheinen sollte, reicht oft nicht aus.

Deshalb gilt: Selbstmedikation mit Vitamin D im Winter ist in Deutschland sinnvoll. Je dunkler der Hauttyp, desto weniger reicht das Licht zur Vitamin-D-Bildung.

Schutz vor Hautkrebs geht vor

Hautkrebs nimmt zu und daher sollte man auf einen guten Sonnenschutz achten. Die Empfehlungen morgens und nachmittags jeweils ca. 10 Minuten (je nach Hauttyp) ungeschützt, also ohne Lichtschutzfaktor, in die Sonne zu gehen, um den Vitamin-D-Spiegel in den Sommermonaten aufzufüllen, ist gefährlich, da die wenigsten Personen tatsächlich nur 10 Minuten in der Sonne bleiben. Entweder man geht mit Lichtschutzfaktor aus dem Haus oder nicht. Und dann werden aus den 10 Minuten gerne mal ein paar Stunden.

Die Autorin geht immer mit Lichtschutzfaktor aus dem Haus und hat Sonnenbäder schon seit 20 Jahren hinter sich gelassen. Sie hat bereits sonnenbedingte Hautprobleme und Basalzellkarzinome. Daher empfindet sie die Empfehlungen mit der Sonnenexposition als unverantwortlich!

Bluttest Vitamin D – Privatleistung

Die Empfehlung fast aller Quellen lauten: Nehmen Sie Vitamin D nur nach Absprache mit Ihrem Arzt und aufgrund eines Bluttestes. Nicht gesagt wird, dass die Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels im Blut keine Kassenleistung ist, sondern privat gezahlt werden muss. Mit ca. 30 Euro ist das nicht gerade günstig.

Die Autorin hat sich den Bluttest gegönnt und lag unterhalb des unteren Wertes. Dank Supplementation mit täglich 1.000 i.E. Vitamin D hat sie sich in den Normbereich hoch gerappelt. Die Osteoporosegefahr bleibt trotzdem im Raum, da sicherlich Jahre guter Versorgung verpasst wurden.

Vitamin-D-Versorgung in Deutschland

2016 erschien eine Zusammenfassung über die Vitamin-D-Versorgung in Deutschland, die aufzeigte, dass „30,2 % der Erwachsenen sind mangelhaft mit Vitamin D versorgt. Eine ausreichende Versorgung erreichen 38,4 % der Erwachsenen“. (Quelle: https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/2492/JoHM_2016_02_ernaehrung4.pdf?sequence=4&isAllowed=y)

Die o.g. DGE formuliert es so: „Bei der Mehrheit der Bevölkerung liegt kein Vitamin-D-Mangel vor. Jedoch erreichen fast 60 Prozent der Bundesbürger die wünschenswerte Blutkonzentration des Markers 25-Hydroxyvitamin-D von 50 Nanomol pro Liter nicht. Das heißt, dass ein großer Anteil der Bevölkerung das präventive Potenzial von Vitamin D für die Knochengesundheit nicht ausnutzt und somit nicht ausreichend versorgt ist.“

Das ist kein Widerspruch, da ein Mangel erst dann als solcher bezeichnet wird, wenn bereits Mangelsymptome, also Krankheitsbilder auftreten. Erst wenn der Mensch krank ist, hat er einen Mangel. Und das ist auch der Grund für die vielen Mißverständnisse.

Zu niedrige Blutkonzentrationen bei 60% der Menschen

Allerdings ist es bedrückend, dass ca. 60% der Untersuchten die Blutkonzentrationen nicht erreichen! Folglich ist bei ca. 60% der Menschen in Deutschland eine Supplementation mit Vitamin D durchaus sinnvoll. Warum wird jedoch, um die Menschen gut zu versorgen, statt einer Supplementation, die einfach, preiswert und hautschonend wäre, immer wieder auf die Sonnexposition verwiesen, wie auch in o.g. Quellen?

Vielleicht hat es damit zu tun, dass leider einige nicht seriöse Anbieter Vitamin D als „Allheilmittel“ gegen viele Krankheiten bzw. zur Vorbeugung gegen ernste Erkrankungen anbieten und dieses nicht mit Studien belegen können. Das ist sicherlicher ärgerlich, da es genügend seriöse Anbieter gibt. So ganz einleuchtend finde ich das Vorgehen daher nicht.

Persönliche Empfehlung

Daher die rein persönliche Empfehlung aus eigener Erfahrung: Selbstmedikation mit Vitamin D 1.000 i.E. ist auf jeden Fall im Winter sinnvoll! Dann geht man auf „Nummer Sicher“, spart das Geld für den Bluttest, dosiert nicht über, schont die Haut und beugt u.a. Osteoporose vor.

Aber Vorsicht vor Halsabschneidern, zu hoher Dosierung ohne Arztverodnung, Internetversprechen und zu hohen Preisen. Aber das gilt für alles und immer.

 

 

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